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paintingsStaatliche Kunsthalle, Karlsruhe, Germany, Official Web Site
Staatliche Kunsthalle
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Den Grundstein der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe legten die Markgrafen von Baden. Ein Werk, das einen Schlüsselmoment in der Familien- und Sammlungsgeschichte der badischen Herr- scher veranschaulicht, besitzt die Staatliche Kunsthalle mit Hans Baldung Griens so genannter Markgrafentafel, die Christoph I. (1453-1527) in Auftrag gab. Das um 1509/10 entstandene Bild zeigt den Landesherrn mit seiner Gemahlin Ottilie von Katzenelnbogen und ihren 15 Kindern in Anbetung der „Anna selbdritt“.
Vor allem auf Friedrich V. geht die Gründung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zurück, das zu den ältesten Kabinetten Europas zählt. Friedrich erwarb unter anderem in Straßburg das sogenannte Skizzenbuch Hans Baldung Griens und ein großes Konvolut von Zeichnungen, zu dem Blätter von Elsheimer und Schäufelein zählten, daneben rund 1000 Schei- benrisse von Künstlern des 16. und 17. Jahr- hunderts. Friedrichs Sammlung an Zeichnungen wuchs damit auf rund 1500 Werke an, die vor allem von am Oberrhein tätigen Künstlern stammten.
Zu einem passionierten, für das Profil der heutigen Sammlung der Staatlichen Kunsthalle prägenden Kunstkenner entwickelte sich auch Markgraf Hermann von Baden (1628-1691). Rund 20 Werke, die heute in der Kunsthalle bewahrt werden, stammen aus dem Nachlass dieses Junggesellen, der sich mit Vorliebe mit Bildern seiner Zeitgenossen, vor allem des kraft- vollen niederländischen Barock umgab. Seinem Kunstverstand verdankt die Kunsthalle unter anderem Jacob Jordaens’ „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“, das dieser, erst 25-jährig, um 1618 schuf.
Den wichtigsten und fruchtbarsten Akzent in der Sammlungsgeschichte der Markgrafen jedoch setzte eine Frau, die 1751 in die Durlacher Linie ein- geheiratet hatte: Karoline Luise (1723-1783), Prin- zessin von Hessen-Darmstadt, wurde 28-jährig mit Markgraf Karl Friedrich (1728-1811) vermählt. Im Jahr 1715 hatte dessen Großvater Karl Wilhelm (1679- 1738) mit der Errichtung seines neuen Schlosses in Karlsruhe begonnen. Karoline Luise, talentiert, wiss- begierig, fleißig und hochgebildet, entwickelte sich zu einer der sympathischsten und erstaunlichsten Per- sönlichkeiten des Hauses Baden, ja zu einer heraus- ragenden Aristokratin der Epoche der Aufklärung.
Neue Akzente wurden der Sammlung im 19. Jahrhundert zwischen 1830 und 1858 unter der Leitung des Galeriedirektors Carl Ludwig Frommel (1789-1863) hinzugefügt. Er kaufte Kartons seiner mit ehrenvollen Aufträgen der Monumentalmalerei betrauten nazarenischen Zeitgenossen Moritz von Schwind, Friedrich Overbeck und Julius Schnorr von Carolsfeld. Diese werden noch heute – wie in keinem anderen deutschen Museum – im Kartonsaal der Kunsthalle ausgestellt und gewähren einen eindrucksvollen Einblick in die Vor- lieben jener Epoche.
In ihren schwierigsten Jahren, von 1934-56, leitete Kurt Martin die Kunsthalle, bewahrte wichtige Werke vor dem Zugriff der Nationalsozialisten und prägte die Samm- lung nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch den Erwerb von Kunst des 20. Jahrhunderts – Namen wie Franz Marc, August Macke, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde, Oskar Kokoschka und Paul Klee sind seither vertreten. Von 1958 an wuchs die Sammlung noch einmal erheblich um Werke der französischen Malerei – mehr als die Hälfte der bis 1966 erfolgten Erwerbungen sind französischen Ursprungs, darunter als ein Prunkstück Claude Lorrains „Anbetung des Goldenen Kalbes“.