Briton Rivière (1840-1920) war ein britischer Maler, dessen Tierbilder von häuslichen Szenen mit Hunden bis zu Löwendarstellungen in literarischen und religiösen Zusammenhängen reichten. Er stammte aus London; seine Familie hatte hugenottische Wurzeln und brachte mehrere Künstler hervor.
Den größten Teil seiner künstlerischen Ausbildung erhielt Rivière bei seinem Vater William. Dieser unterrichtete Zeichnen am Cheltenham College und später Kunst in Oxford. Auch der Onkel Henry Parsons Rivière arbeitete als Künstler und widmete sich der Aquarellmalerei. Rivière besuchte das Cheltenham College und setzte seine Ausbildung in Oxford fort. Seine ersten Bilder zeigte er in Ausstellungen der British Institution. Bereits 1857 nahm die Royal Academy drei seiner Gemälde an. Daneben arbeitete er als Illustrator, unter anderem für die satirische Zeitschrift Punch.
Zunächst erprobte er unterschiedliche Bildthemen. Sein späterer Schwager Clarence Dobell lenkte zwischen 1860 und 1863 sein Interesse auf die Präraffaeliten. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Gemälde „Elaine on the Barge“ und „Hamlet and Ophelia“ lehnte die Royal Academy jedoch ab. Ab 1863 beteiligte sich Rivière regelmäßig an ihren Ausstellungen, anfangs mit historischen und literarischen Motiven. Mit „Sleeping Deerhound“ wandte er sich 1865 verstärkt der Tiermalerei zu, die anschließend den Schwerpunkt seines Schaffens bildete.
1867 schloss Rivière sein Studium in Oxford ab und heiratete Mary Alice Dobell. Sie war ebenfalls Malerin und stellte nach der Heirat an der Royal Academy aus. Nach Aufenthalten in Keston und Bromley ließ sich das Paar 1871 in London nieder. Von ihren sieben Kindern wurde Hugh Goldwin Rivière Porträtmaler. Zum Londoner Freundeskreis des Vaters gehörten die schottischen Maler William Quiller Orchardson und John Pettie.
In zahlreichen Bildern beschäftigte Rivière das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. „Sympathy“, um 1878 entstanden, zeigt ein Mädchen auf einer Treppe mit einem Hund an seiner Seite. In „Requiescat“ von 1888 steht dem Hund ein aufgebahrter Ritter in Rüstung gegenüber. Neben solchen Begegnungen behandelte Rivière auch mythologische Stoffe, etwa 1889 in „Prometheus“.
Wie viel praktische Arbeit seine Tierdarstellungen verlangten, erläuterte er in einem Gespräch für das Chums Boys Annual. Wenn ihm ein Hund Modell stand, zog er stets einen Helfer hinzu, der mit Tieren umzugehen wusste. Besonders unruhig erschienen ihm Collies, Windhunde und Foxterrier. Er bekannte sich zu seiner Zuneigung zu Hunden, räumte aber zugleich ein, dass ihn ihre ständige Nähe nach so vielen Darstellungen ermüdete. Bei Wildtieren ging dem Gemälde eine längere Vorbereitung mit Studien und anatomischen Untersuchungen voraus. Rivière zeichnete nach lebenden wie nach toten Tieren. Zeitweise befand sich der Kadaver einer Löwin in seinem Atelier; außerdem arbeitete er in den Sektionsräumen des Londoner Zoologischen Gartens.
Die Royal Academy wählte ihn zunächst zum assoziierten Mitglied und anschließend zum Vollmitglied. 1891 verlieh ihm die Universität Oxford die Ehrendoktorwürde im Zivilrecht. Nach dem Tod von John Everett Millais kandidierte Rivière 1896 für das Präsidentenamt der Akademie und unterlag nur knapp.
Rivière starb 1920. Seine Witwe übergab danach dem British Museum vier Zeichnungen und eine Radierung. Dort werden auch zahlreiche Reproduktionsgrafiken nach seinen Gemälden aufbewahrt. „Sympathy“ befindet sich heute am Royal Holloway der Universität London, „Requiescat“ in der Art Gallery of New South Wales in Sydney. Weitere Arbeiten gehören zu den Sammlungen der Tate und des Metropolitan Museum of Art.