Renaissance Alte Meister Index
Alphabetisches Verzeichnis der großen Meister der Renaissance
Die Renaissance war eine kulturelle und künstlerische Bewegung, die im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts die Orientierung an der Antike mit genauer Naturbeobachtung verband. Voraussetzungen schuf bereits Giotto, dessen Figuren im vorhergehenden Jahrhundert körperliches Gewicht und unmittelbar verständliche Gefühle erhielten. Das humanistische Studium antiker Literatur erschloss der Malerei mythologische Themen. Religiöse Bilder behielten zugleich ihren zentralen Platz. Kirchen, Stadtregierungen und wohlhabende Familien bestellten Altarbilder, Fresken und Porträts, um Frömmigkeit, politische Macht oder gesellschaftlichen Rang auszudrücken.
In der Frührenaissance des 15. Jahrhunderts gewann der Bildraum eine berechenbare Ordnung. Masaccio verlieh seinen Figuren feste Körperlichkeit und stellte sie in räumlich überzeugende Architekturen. Piero della Francesca verband geometrische Klarheit mit zurückhaltenden Gebärden; seine Menschen wirken ruhig und in sich geschlossen. Botticelli setzte andere Akzente. Bewegte Gewänder, fein gezogene Umrisse und welliges Haar geben seinen Bildern einen ausgeprägten Linienrhythmus. Für große Wandfolgen eignete sich die Freskomalerei, während Temperafarben auf Holztafeln scharfe Konturen und sorgfältig gesetzte Einzelheiten ermöglichten.
Um 1490 entwickelte sich die Hochrenaissance, die die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts prägte. Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo führten Figuren, Umgebung und Handlung zu geschlossenen Bildordnungen zusammen. Dreieckige Gruppen und deutlich betonte Mittelpunkte geben vielen Kompositionen Halt. Blicke und Handbewegungen verbinden die dargestellten Personen. Licht und Schatten lassen Körper gerundet erscheinen. In Madonnenbildern erzeugen eng aufeinander bezogene Figuren häufig Ruhe; große erzählende Darstellungen verbinden lebhafte Bewegung mit einer übersichtlichen Gliederung.
Welche Kraft dabei der menschliche Körper erhielt, zeigen Michelangelos Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle (1508-1512). Papst Julius II. gab sie in Auftrag; sie befinden sich weiterhin an ihrem ursprünglichen Ort im Vatikan. Die mittleren Bildfelder erzählen aus der Genesis. Propheten, Sibyllen und muskulöse nackte Jünglinge umgeben sie. Gedrehte Oberkörper, deutlich gegliederte Gliedmaßen und starke Verkürzungen verleihen den Figuren eine fast bildhauerische Präsenz. Leuchtende Farben trennen Körper und Gewänder voneinander. Selbst sitzende Gestalten vermitteln durch ihre Haltung gespannte körperliche Energie.
Leonardos „Das letzte Abendmahl“ (1495-1498) befindet sich im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand. Die Ankündigung des Verrats löst unter den Aposteln unterschiedliche Reaktionen aus. Leonardo ordnete sie in vier Dreiergruppen um Christus an. Die perspektivischen Linien des gemalten Raumes führen auf dessen Gestalt zu. Er arbeitete auf trockenem Putz und konnte dadurch langsamer korrigieren als bei einem herkömmlichen Fresko. Seine experimentelle Malschicht zeigte jedoch früh Schäden. In seinen Tafelbildern lässt das Sfumato Umrisse durch feinste Übergänge zwischen Licht und Schatten weich erscheinen.
Raffael malte „Die Schule von Athen“ (1509-1511) für die Gemächer Julius’ II. im Vatikan. Unter mächtigen Gewölben versammeln sich antike Philosophen. Platon zeigt nach oben, während Aristoteles die Hand mit abwärts gewandter Handfläche vorstreckt. Andere Gestalten lesen, diskutieren oder erläutern etwas. Treppenstufen und freie Zwischenräume gliedern die zahlreichen Gruppen. Das Fresko gehörte zu einem Ausstattungsprogramm, das Philosophie mit Theologie, Dichtung und Recht verband. Antike Gelehrsamkeit erhielt damit einen hervorgehobenen Ort innerhalb der päpstlichen Residenz.
In Venedig bestimmten Giorgione und Tizian eine stärker auf Farbe und Atmosphäre ausgerichtete Malerei. Bei Giorgione trägt die Landschaft wesentlich zur Stimmung einer Szene bei. Durchscheinende Öllasuren ermöglichten leuchtendes Inkarnat und reich abgestufte Stoffe. In Tizians „Himmelfahrt Mariens“ (1516-1518) verbinden rote Gewänder die Apostel mit der aufsteigenden Maria. Arme und Blicke lenken die Bewegung durch drei Bildebenen zum goldenen Himmel. Das Gemälde hängt weiterhin über dem Hochaltar von Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig. Sein monumentales Format entspricht dem großen Kirchenraum.
Leonardo starb 1519, Raffael 1520. Die Plünderung Roms 1527 erschütterte Werkstätten und Auftraggeberschaft der Stadt. Pontormo und Parmigianino entwickelten im aufkommenden Manierismus überlängte Figuren, schwierige Körperhaltungen und verunsichernde Raumverhältnisse. Die venezianische Malerei folgte einem anderen zeitlichen Verlauf. Tizian arbeitete noch jahrzehntelang weiter und entwickelte einen zunehmend freien, in einzelne Farbflecken aufgelösten Pinselstrich. Gleichzeitig blieben die ausgewogenen Kompositionen der Hochrenaissance wichtige Vorbilder.
In der Frührenaissance des 15. Jahrhunderts gewann der Bildraum eine berechenbare Ordnung. Masaccio verlieh seinen Figuren feste Körperlichkeit und stellte sie in räumlich überzeugende Architekturen. Piero della Francesca verband geometrische Klarheit mit zurückhaltenden Gebärden; seine Menschen wirken ruhig und in sich geschlossen. Botticelli setzte andere Akzente. Bewegte Gewänder, fein gezogene Umrisse und welliges Haar geben seinen Bildern einen ausgeprägten Linienrhythmus. Für große Wandfolgen eignete sich die Freskomalerei, während Temperafarben auf Holztafeln scharfe Konturen und sorgfältig gesetzte Einzelheiten ermöglichten.
Um 1490 entwickelte sich die Hochrenaissance, die die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts prägte. Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo führten Figuren, Umgebung und Handlung zu geschlossenen Bildordnungen zusammen. Dreieckige Gruppen und deutlich betonte Mittelpunkte geben vielen Kompositionen Halt. Blicke und Handbewegungen verbinden die dargestellten Personen. Licht und Schatten lassen Körper gerundet erscheinen. In Madonnenbildern erzeugen eng aufeinander bezogene Figuren häufig Ruhe; große erzählende Darstellungen verbinden lebhafte Bewegung mit einer übersichtlichen Gliederung.
Welche Kraft dabei der menschliche Körper erhielt, zeigen Michelangelos Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle (1508-1512). Papst Julius II. gab sie in Auftrag; sie befinden sich weiterhin an ihrem ursprünglichen Ort im Vatikan. Die mittleren Bildfelder erzählen aus der Genesis. Propheten, Sibyllen und muskulöse nackte Jünglinge umgeben sie. Gedrehte Oberkörper, deutlich gegliederte Gliedmaßen und starke Verkürzungen verleihen den Figuren eine fast bildhauerische Präsenz. Leuchtende Farben trennen Körper und Gewänder voneinander. Selbst sitzende Gestalten vermitteln durch ihre Haltung gespannte körperliche Energie.
Leonardos „Das letzte Abendmahl“ (1495-1498) befindet sich im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand. Die Ankündigung des Verrats löst unter den Aposteln unterschiedliche Reaktionen aus. Leonardo ordnete sie in vier Dreiergruppen um Christus an. Die perspektivischen Linien des gemalten Raumes führen auf dessen Gestalt zu. Er arbeitete auf trockenem Putz und konnte dadurch langsamer korrigieren als bei einem herkömmlichen Fresko. Seine experimentelle Malschicht zeigte jedoch früh Schäden. In seinen Tafelbildern lässt das Sfumato Umrisse durch feinste Übergänge zwischen Licht und Schatten weich erscheinen.
Raffael malte „Die Schule von Athen“ (1509-1511) für die Gemächer Julius’ II. im Vatikan. Unter mächtigen Gewölben versammeln sich antike Philosophen. Platon zeigt nach oben, während Aristoteles die Hand mit abwärts gewandter Handfläche vorstreckt. Andere Gestalten lesen, diskutieren oder erläutern etwas. Treppenstufen und freie Zwischenräume gliedern die zahlreichen Gruppen. Das Fresko gehörte zu einem Ausstattungsprogramm, das Philosophie mit Theologie, Dichtung und Recht verband. Antike Gelehrsamkeit erhielt damit einen hervorgehobenen Ort innerhalb der päpstlichen Residenz.
In Venedig bestimmten Giorgione und Tizian eine stärker auf Farbe und Atmosphäre ausgerichtete Malerei. Bei Giorgione trägt die Landschaft wesentlich zur Stimmung einer Szene bei. Durchscheinende Öllasuren ermöglichten leuchtendes Inkarnat und reich abgestufte Stoffe. In Tizians „Himmelfahrt Mariens“ (1516-1518) verbinden rote Gewänder die Apostel mit der aufsteigenden Maria. Arme und Blicke lenken die Bewegung durch drei Bildebenen zum goldenen Himmel. Das Gemälde hängt weiterhin über dem Hochaltar von Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig. Sein monumentales Format entspricht dem großen Kirchenraum.
Leonardo starb 1519, Raffael 1520. Die Plünderung Roms 1527 erschütterte Werkstätten und Auftraggeberschaft der Stadt. Pontormo und Parmigianino entwickelten im aufkommenden Manierismus überlängte Figuren, schwierige Körperhaltungen und verunsichernde Raumverhältnisse. Die venezianische Malerei folgte einem anderen zeitlichen Verlauf. Tizian arbeitete noch jahrzehntelang weiter und entwickelte einen zunehmend freien, in einzelne Farbflecken aufgelösten Pinselstrich. Gleichzeitig blieben die ausgewogenen Kompositionen der Hochrenaissance wichtige Vorbilder.