Barock Alte Meister Index
Alphabetisches Verzeichnis der großen Meister der Barock
Der Barock war eine Kunstepoche, die um 1600 in Italien begann und sich durch Bewegung, dramatisches Licht und unmittelbaren Gefühlsausdruck in Europa und Amerika verbreitete. Seine Malerei reichte bis ins 18. Jahrhundert. Rom wurde durch kirchliche und fürstliche Auftraggeber zu einem frühen Zentrum. Die katholische Reform förderte religiöse Bilder, die verständliche menschliche Erfahrungen ansprachen. Herrscher nutzten Gemälde zugleich zur Darstellung ihrer Macht. Diagonalen, lebhafte Gesten und wechselnde Helligkeiten lenken den Blick häufig auf einen entscheidenden Augenblick.
Die italienischen Maler entwickelten unterschiedliche Antworten auf diese Aufgaben. Annibale Carracci verband das Studium lebender Modelle mit dem geordneten Bildaufbau der Renaissance. Caravaggio rückte alltägliche Erscheinungen und scharf gerichtetes Licht in religiöse Erzählungen. In seinem „Emmausmahl“ von 1601, heute in der National Gallery in London, breitet ein Jünger die Arme aus, während ein anderer seinen Stuhl umfasst. Der Obstkorb ragt über die Tischkante hinaus. Artemisia Gentileschi setzte in ihren biblischen Historienbildern ebenfalls auf kraftvolle körperliche Handlung und konzentrierte Beleuchtung.
Peter Paul Rubens entwickelte in Antwerpen eine Malerei bewegter Körper, fließender Gewänder und satter Farben. Seine „Kreuzaufrichtung“ von 1610-1611 befindet sich in der dortigen Liebfrauenkathedrale. Das Kreuz durchschneidet die Mitteltafel diagonal. Gebeugte Rücken und ziehende Arme machen die Anstrengung der Männer sichtbar. Rubens’ Werkstatt belieferte Kirchen und Höfe mit Altarbildern, Porträts und mythologischen Szenen. Van Dyck führte die flämische Malerei im aristokratischen Bildnis weiter, mit geschmeidiger Pinselführung, eleganten Haltungen und einer sorgfältigen Inszenierung gesellschaftlicher Stellung.
In der niederländischen Republik trugen private Käufer und städtische Einrichtungen einen umfangreichen Bildermarkt. Landschaften, Stillleben und Alltagsszenen standen neben Porträts und öffentlichen Aufträgen. Rembrandts „Die Nachtwache“ von 1642 im Rijksmuseum in Amsterdam verwandelt das Gruppenbild einer Schützenkompanie in ein bewegtes Geschehen. Die Männer treten vor, greifen nach Waffen und verständigen sich durch Gesten. Licht hebt den Hauptmann und seinen gelb gekleideten Leutnant hervor. Vermeer entwickelte dagegen ruhige Innenräume, deren Wirkung aus Fensterlicht, sorgfältig gesetzten Gegenständen und abgewogenen Abständen entsteht.
Die spanische Malerei umfasste sowohl Francisco de Zurbaráns konzentrierte Heiligendarstellungen als auch Diego Velázquez’ vielschichtige Hofbilder. In „Las Meninas“ von 1656 im Madrider Prado steht der Maler neben einer großen Leinwand und blickt nach außen. Die junge Infantin und ihre Begleiterinnen befinden sich im Vordergrund. Ein Spiegel zeigt das Königspaar, während eine beleuchtete Tür den Raum nach hinten öffnet. Aus breiten, sparsamen Pinselzügen entstehen im Zusammenspiel überzeugende Stoffe und Gesichter. Die sichtbare Malweise trägt damit unmittelbar zur räumlichen Wirkung bei.
Nicolas Poussin und Claude Lorrain verbrachten einen großen Teil ihres Berufslebens in Rom und prägten dennoch wichtige Richtungen der französischen Malerei. Poussin ordnete historische und mythologische Figuren zu klar gegliederten Gruppen mit lesbaren Gesten. Claude führte den Blick zwischen Bäumen und Bauwerken zu lichtvollen Horizonten. Georges de La Tour machte Kerzenlicht zum Mittelpunkt stiller religiöser Szenen. Ihre Bilder arbeiten mit kontrollierten Abständen und überschaubaren Formen; Licht und Komposition entfalten ihre Wirkung oft ohne heftige körperliche Bewegung.
In Kirchen und Palästen verbanden sich Malerei und Architektur zu großflächigen Raumillusionen. Pietro da Cortona und Andrea Pozzo ließen gemalte Bauglieder und schwebende Figuren scheinbar über die wirklichen Gewölbe hinausreichen. Verkürzte Körper erscheinen über dem Betrachter, während vorgetäuschte Öffnungen den Blick in einen gemalten Himmel freigeben. Kirchliche Aufträge und verbreitete europäische Bildvorlagen unterstützten auch die Malerei im spanischen Amerika. Diego Quispe Tito in Cusco und Miguel Cabrera in Mexiko bearbeiteten religiöse Themen innerhalb örtlicher Werkstatttraditionen.
Im 18. Jahrhundert entwickelte Giovanni Battista Tiepolo die monumentale Freskomalerei mit helleren Himmeln und leichter wirkenden Figurengruppen weiter. In Frankreich rückten bei Watteau und Boucher im Rokoko Liebeswerbung, Vergnügen und spielerische Mythologie stärker in den Vordergrund. Hellere Farben begleiteten intimere Themen. Dieser Wandel verlief regional unterschiedlich: Große religiöse Ausstattungen wurden in Mitteleuropa und Amerika fortgesetzt, während andere Auftraggeber kleinere Formate und die heitere Stimmung der neuen Richtung bevorzugten.
Die italienischen Maler entwickelten unterschiedliche Antworten auf diese Aufgaben. Annibale Carracci verband das Studium lebender Modelle mit dem geordneten Bildaufbau der Renaissance. Caravaggio rückte alltägliche Erscheinungen und scharf gerichtetes Licht in religiöse Erzählungen. In seinem „Emmausmahl“ von 1601, heute in der National Gallery in London, breitet ein Jünger die Arme aus, während ein anderer seinen Stuhl umfasst. Der Obstkorb ragt über die Tischkante hinaus. Artemisia Gentileschi setzte in ihren biblischen Historienbildern ebenfalls auf kraftvolle körperliche Handlung und konzentrierte Beleuchtung.
Peter Paul Rubens entwickelte in Antwerpen eine Malerei bewegter Körper, fließender Gewänder und satter Farben. Seine „Kreuzaufrichtung“ von 1610-1611 befindet sich in der dortigen Liebfrauenkathedrale. Das Kreuz durchschneidet die Mitteltafel diagonal. Gebeugte Rücken und ziehende Arme machen die Anstrengung der Männer sichtbar. Rubens’ Werkstatt belieferte Kirchen und Höfe mit Altarbildern, Porträts und mythologischen Szenen. Van Dyck führte die flämische Malerei im aristokratischen Bildnis weiter, mit geschmeidiger Pinselführung, eleganten Haltungen und einer sorgfältigen Inszenierung gesellschaftlicher Stellung.
In der niederländischen Republik trugen private Käufer und städtische Einrichtungen einen umfangreichen Bildermarkt. Landschaften, Stillleben und Alltagsszenen standen neben Porträts und öffentlichen Aufträgen. Rembrandts „Die Nachtwache“ von 1642 im Rijksmuseum in Amsterdam verwandelt das Gruppenbild einer Schützenkompanie in ein bewegtes Geschehen. Die Männer treten vor, greifen nach Waffen und verständigen sich durch Gesten. Licht hebt den Hauptmann und seinen gelb gekleideten Leutnant hervor. Vermeer entwickelte dagegen ruhige Innenräume, deren Wirkung aus Fensterlicht, sorgfältig gesetzten Gegenständen und abgewogenen Abständen entsteht.
Die spanische Malerei umfasste sowohl Francisco de Zurbaráns konzentrierte Heiligendarstellungen als auch Diego Velázquez’ vielschichtige Hofbilder. In „Las Meninas“ von 1656 im Madrider Prado steht der Maler neben einer großen Leinwand und blickt nach außen. Die junge Infantin und ihre Begleiterinnen befinden sich im Vordergrund. Ein Spiegel zeigt das Königspaar, während eine beleuchtete Tür den Raum nach hinten öffnet. Aus breiten, sparsamen Pinselzügen entstehen im Zusammenspiel überzeugende Stoffe und Gesichter. Die sichtbare Malweise trägt damit unmittelbar zur räumlichen Wirkung bei.
Nicolas Poussin und Claude Lorrain verbrachten einen großen Teil ihres Berufslebens in Rom und prägten dennoch wichtige Richtungen der französischen Malerei. Poussin ordnete historische und mythologische Figuren zu klar gegliederten Gruppen mit lesbaren Gesten. Claude führte den Blick zwischen Bäumen und Bauwerken zu lichtvollen Horizonten. Georges de La Tour machte Kerzenlicht zum Mittelpunkt stiller religiöser Szenen. Ihre Bilder arbeiten mit kontrollierten Abständen und überschaubaren Formen; Licht und Komposition entfalten ihre Wirkung oft ohne heftige körperliche Bewegung.
In Kirchen und Palästen verbanden sich Malerei und Architektur zu großflächigen Raumillusionen. Pietro da Cortona und Andrea Pozzo ließen gemalte Bauglieder und schwebende Figuren scheinbar über die wirklichen Gewölbe hinausreichen. Verkürzte Körper erscheinen über dem Betrachter, während vorgetäuschte Öffnungen den Blick in einen gemalten Himmel freigeben. Kirchliche Aufträge und verbreitete europäische Bildvorlagen unterstützten auch die Malerei im spanischen Amerika. Diego Quispe Tito in Cusco und Miguel Cabrera in Mexiko bearbeiteten religiöse Themen innerhalb örtlicher Werkstatttraditionen.
Im 18. Jahrhundert entwickelte Giovanni Battista Tiepolo die monumentale Freskomalerei mit helleren Himmeln und leichter wirkenden Figurengruppen weiter. In Frankreich rückten bei Watteau und Boucher im Rokoko Liebeswerbung, Vergnügen und spielerische Mythologie stärker in den Vordergrund. Hellere Farben begleiteten intimere Themen. Dieser Wandel verlief regional unterschiedlich: Große religiöse Ausstattungen wurden in Mitteleuropa und Amerika fortgesetzt, während andere Auftraggeber kleinere Formate und die heitere Stimmung der neuen Richtung bevorzugten.